Unsere Notfellchen

Katzen mit Herz und Special Effects

Nicht alle Katzen haben soviel Glück im Unglück, irgendwann verloren gegangen und irgendwo gefunden worden zu sein ...  und bei uns dank mitfühlender Menschen durchatmen zu können. Hier erfahren die Fundkatzen neben Ruhe, Wärme und Sicherheit auch eine eingehende Untersuchung. Nach diesem TÜV, dem Check-up, einer eventuellen Kastration und Registrierung können die körperlich unversehrten Fellos in liebevolle Hände und am besten in das Für-Immer-Zuhause vermittelt werden.

Es gibt aber auch die Felle, denen arges Unglück widerfuhr. Zum Beispiel Unfallopfer, die überlebten; Folterkatzen, die das Martyrium überlebten oder Kitten, die wegen rassiger Unreinheit (sic!) in Regenfässer landeten und überlebten. Diese Tiere, die von Zeugen, Findern und Mitmenschen uns oder Tierärzten mit der Bitte um Hilfe übergeben werden, werden nach Möglichkeit gerettet. Weil wir bei einer "kaputten" Katze nicht den Nutzwert sehen, sondern die kleine Freundin, den kleinen Freund, der hammermäßig was mitmachen musste. Würden wir die Tiere töten, wären wir besser als die, deren Job wir dann beenden würden? sehen wir genau so. Es ist für uns ein großes Glück, zu wissen, dass selbst diese kleinen besonderen Notfellchen ihr Für-Immer-Zuhause finden. Denn es gibt Menschen, die sich - sagen wir mal - angesichts des jeweiligen Alters ihrer eigenen "Schadensklasse" bewusst sind und wissen, dass man den Lebenswillen und die Unbeugsamkeit dieser gar nicht so großen Tiere nur unterschätzen kann. Für die Freude und das Widerspiegeln des Vertrauens in einem Für-immer-Zuhause gilt das Gleiche. 

Darum stellen wir hier einige unserer Fellnasen vor, die Sachen überstanden haben, die keiner von uns nachmachen wollen würde.
Öffne Herz und Haus auch für die kleinen Heimsuchenden, die man nicht auf dem Balkon angeleint zur Schau stellen würde. 


Nelson

Mein derzeitiger Name ist Nelson. Ich bin heilfroh, hier aufgenommen worden zu sein. Die jüngste Vergangenheit ist etwas, worüber ich nicht gerne rede. Ich habe gelernt, dass das Verhalten der Menschen genauso unberechenbar ist, wie unsererseits die Fellfarben. Hier geht es mir erstmal gut. Ich bekomme morgens meine Streicheleinheiten, bis ich schnurre oder mich das Gefühl des Hungers zum Futterplatz treibt. Ich finde es einfach super lieb, wenn ich sehe, wie meine Menschin erst mir das Essen fertigmacht, dann schnurre und miaue ich lieb und zwar gleichzeitig. Das hab ich echt drauf. Nach dem Frühstück werde ich gerne wieder bespielt und bespaßt. Beim Spielzeug muss es nicht aufwändig sein. Mir reicht ein Schnürsenkel, den ich erst ein paar Runden auf dem Bett nachjagen darf, doch dann tue ich so, als wäre ich völlig erschöpft, bekomme den Schnürsenkel zugeworfen - und dann kommt eine weitere Folge der Erfolgsserie „99 Wege, sich selbst hoffnungslos in einem Schnürsenkel zu verlieren“. Folge 501.

Zudem versucht meine Menschin, dafür zu sorgen, dass ich mich mehr bewege. Als ob Gerangel mit einem gleichwertigen Gegner (in diesem Fall einem Schnürsenkel) nicht schon Bewegung genug wäre. Nein. Jetzt wirft sie auch noch Gummibälle durch die Wohnung, und was mach ich? Ich wetz da hinterher! Das macht sie mit Feder- oder Würmchenspielzeugen auch. Und ich auch wieder. Aber drei Workouts am Tag reichen wirklich.

Wenn ich allein bin, hau ich mich aufs große Bett und träume von einem sicheren Zuhause, ohne Angst, ohne Schmerz.

Als ich hier ein Asyl fand, machte mir alles Angst. Ganz schlimm waren der Staubsauger und mein persönlicher Endgegner, der Wischmop des Grauens. Was, wenn das vorher auch eine weiße Katze gewesen ist, die sich eines Vergehens schuldig gemacht hatte und nun am Ende des Stiels …ooh …  ich mag den Gedanken gar nicht zu Ende denken.

Hinzu kam, dass, egal welches Geräusch meine Ohren erreichte, ich mich in Luft auflöste. Heute, wissend, dass mir hier nichts passieren wird, stört mich Türklingeln nur noch ein bisschen, der Warmwindkrachmacher ist jetzt ein Kumpel von mir. andere Krachmacher stören schon fast nicht mehr. Ich bin sowieso viel cooler geworden. Ich kann durch Beobachtung berichten, wie toll meine Menschin kocht, abwäscht, fegt, macht, tut, denn ich lasse sie nicht aus den Augen. Ich sitze auf dem Hocker neben ihr und lerne. Ich bin inzwischen so weit aufgestiegen, dass ich erst den Einkauf inspizieren darf, um dann die Lebensmittel durch meine Gedankenkraft und die Hände meiner Menschin an den jeweiligen Lagerort zu stellen. Das hab ich inzwischen super drauf.    

Was soll ich lange drumherum reden, ihr habt es euch wohl schon gedacht: ich bin nicht gern allein. Wenn meine Menschin kommt, steh ich parat oder empfange sie hingemalt auf ihrem Nachtlager. Das teile ich auch mit ihr, wenn sie schlafen geht.  Und wenn ich mich wirklich allein fühle, werfe ich den Wäschekorb um und wühle mich in die Wäsche, denn wenn ich meine Menschin riechen kann, hab ich keine Angst mehr. Das ist Zeugenberichten zufolge die einzige Störaktion, die ich in meiner Pflegestelle angerichtet haben soll. 

Meine Pflegestellenmenschin möchte ich an dieser Stelle gern zitieren: „Er ist pflegeleicht und sehr lieb. Und wenn er um Aufmerksamkeit bittet, kommt er ganz dicht an mich heran, legt seine Pfote auf meinen Arm und starrt mich an.“ Ich starre nicht, ich kommuniziere. Miauchen.

Wer hören möchte, wie so ein hübscher Kater gleichzeitig Miauen und Schnurren kann, hat eine Chance, das zu hören, wenn Du mich besuchst.


Naruto

Ich bin ein erfahrener, etwas älterer Kater, der schon viel erlebt hat. Aber ich bin auch ein total lieber Kerl, der es mittlerweile echt zu schätzen weiß, wie schön lange Streicheleinheiten sein können, die ich solange vermissen musste. Naruto klingt wie der Name eines Samurai, oder? Und tatsächlich beschreibt mich das besser, als Du denken magst. Lange bin ich nämlich ein Einzelkämpfer in freier Wildbahn gewesen. Dabei habe ich leider auch auf die harte Tour lernen müssen, wie schwer es sein kann, an Futter zu kommen. Dass Du nett zu mir sein willst, ist so schön, dass ich es am Anfang vielleicht noch gar nicht glauben kann. Gib mir etwas Zeit und Liebe, um meine Unsicherheit zu überwinden. Ein sicheres Zuhause ohne Not wäre mein Traum. 

Und seit ich weiß, wie schön es in einer warmen Stube ist, brauche ich irgendwie keine Outdoor-Abenteuer mehr, hatte ich schon genug. Aber einen Balkon zum Gucken würde mir schon gern mit Dir teilen? Wäre das für Dich okay?

Das wurde bei mir schon erledigt: Ich bin kastriert, gechippt, geimpft und für meine Jährchen - dank der Unterstützung von ganz lieben Menschen bei der Tierhilfe und dem Viertel - wieder top-fit. Wenn Du mir ein Zuhause schenken möchtest, freue ich mich sehr darauf, Dich kennenzulernen.

Dein Naruto


Hugo

Hallo, ich bin Hugo! 🐾

Ich bin ungefähr 2–3 Jahre alt und ein echter kleiner Kämpfer. Nach einem Unfall musste mir leider mein Schwanz amputiert werden und meine Hüfte hat auch etwas abbekommen. Aber keine Sorge – ich lasse mir die Lebensfreude davon nicht nehmen! Im Moment erhole ich mich auf meiner Pflegestelle und lerne jeden Tag besser mit meinen kleinen Besonderheiten umzugehen.
Ich bin ein sehr fröhlicher Kater, der das Leben liebt. Am allerliebsten kuschle ich mit meinen Menschen und genieße jede Aufmerksamkeit, die ich bekommen kann. Neue Dinge zu entdecken finde ich super spannend – da bin ich immer neugierig und vorne mit dabei.
Mit meinen Katzenfreunden verstehe ich mich übrigens auch richtig gut. Spielen, herumtoben (soweit es mir mit meinen Einschränkungen  möglich ist) und gemeinsam die Welt erkunden, macht mir riesigen Spaß.

Felicitas

Im Namen Felicitas steckt auch das Wort Glück. Wie viel Glück diese etwa zweijährige Katze im Unglück hatte, weiß nur sie selbst, ihre diensthabenden Schutzengel und die Verursachenden.

Unbeugsam, einfach nicht aufgeben wollen und dabei eine so süße, zugewandte Katze geblieben zu sein, ist schon eine Leistung an sich. Felicitas ist eine Katze, die weiß, was sie möchte. Und die deutlich zeigt, wenn sie es nicht möchte.

Sie steckt dabei voller Lebensfreude und unterhält sich auch gerne mit ihren Menschen. 

Normalerweise schreiben wir unter die Steckbriefe, dass die Tiere geimpft, gechippt, kastriert und gesund sind. Das gilt eigentlich auch für Felicitas. Felicitas benötigt Windeln, da sie Urin und Kot nicht halten kann. Das sind sozusagen ihre "Special Effects".